Alfred Bauer – Täter oder Mitläufer?

Auf der Hamburger Web-Seite “Haus der Pressefreiheit” wird an Alfred Bauer erinnert. “Er wurde am 14. April 1898 geboren. Sein Vater war der Firmengründer und seine Enkelin ist die heutige Chefin der Bauer Media Group.” Alfred Bauer war Geschäftsführer des Heinrich Bauer Verlages. 1961 tritt sein Sohn, Heinz Bauer, ins Unternehmen ein. In die Zeit…

Bauer erwirbt jüdische Immobilien

Die englischen Besatzungsbehörden wollten 1949 der leichtfüßigen Darstellung von Alfred Bauer im Entnazifizierungsverfahren offenbar nicht so einfach entsprechen. „Besonders musste der Grund seiner plötzlichen Einkommenssteigerung festgestellt werden. Diese Einkommenssteuerung ist zum großen Teil auf den Erwerb der Grundstücke zurückzuführen“, heißt es in den Dokumenten. Hatte er als angestellter Verlags- und Druckereileiter 1933 ein Jahreseinkommen in…

… mit völlig freiem Willen verkauft

Der Grundstücksverwalter von Alfred (und Heinrich) Bauer, Albert Schwarke, erklärte 1949 im Entnazifizierungsverfahren seines Auftraggebers, dass dessen Erwerb von jüdischem Eigentum nicht im Zusammenhang mit der Arisierung stünde. Die bisher bekannten Wiedergutmachungsverfahren in Sachen Hoheluftchaussee 91/93 sprachen dagegen beim damaligen Verkauf von Zwang. Am 1. April 1938 betrug die Zahl der Grundstücke, die jüdischen Menschen…

Der Kauf eines jüdischen Unternehmens durch Alfred Bauer

Die Heinrich Bauer OHG oder deren Gesellschafter kaufte nicht nur Grundstücke und nutze die Lage der jüdischen Menschen für ihre wirtschaftlichen Ziele aus. Das „Kaufhaus Hoheluft“ von Paul Dessauer wurde ebenfalls durch Alfred Bauer „arisiert. Er kaufte neben dem Eppendorfer Weg 221/Hoheluftchausssee91 auch das angrenzende Grundstück Hoheluftchaussee 91 von Elfriede und Bernhard David sowie Else…

„Arisierungs“-Gewinner

Mit der “Arisierung” im faschistischen Deutschland verfolgten die Nazis das Ziel der Verdrängung und später der Existenzvernichtung von Jüdinnen und Juden. Bis 1939 wurden ca. 1.500 »jüdische« Unternehmen freiwillig oder gezwungenermaßen liquidiert oder an »arische« Erwerber verkauft. In Hamburg wechselten Hunderte von Liegenschaften den Besitzer oder wurden unter Zwangsverwaltung gestellt. Und Hamburger Kaufleute haben sich…

Der Kauf der Schützenpforte 11

Heute gibt es die Straße „Schützenpforte“ nicht mehr, auch nicht die Wohn-und Gewerbehäuser im damaligen Straßenzug. 1953 wurde der Straßennamen aufgehoben, da hier ein neues Verlagshaus und Druckerei des Heinrich Bauer Verlages gebaut wurde. Alfred Bauer gab in seinem Entnazifizierungsverfahren 1949 an, dass das Grundstück an der Schützenpforte 11 vom Unternehmen im Jahr 1924 von…

Zur Vermögensentwicklung von Alfred Bauer

Zum 1. Januar 1935 wurde Alfred Bauer zu 40 Prozent Mitinhaber des Unternehmens seines Vaters Heinrich, wie es in einem Vertrag vom 14. Mai 1935 rückwirkend vereinbart worden war. 1937 wurde er als „Betriebsführer“. Mit dem Stellungswechsel änderte sich schlagartig seine persönliche wirtschaftliche und finanzielle Lage. Verdiente er 1931 als Druckerei- und Verlagsleiter noch 17.460…