Die Rolle der „Funk Wacht“ für die Nazis

Für die NSDAP waren die Zeitschriften ein “Führungsmittel” mit einem “weltanschaulichen Auftrag. “Ihre höchste Aufgabe ist es, zur Vertiefung des nationalsozialistischen Gedankengutes im deutschen Volke beizutragen – eine Aufgabe, die sie durch ihre weite Verbreitung oft bis in die entlegensten Winkel unseres Vaterlandes gut erfüllen kann.” (Tagung der Zeitschriftenverleger im Februar 1939 in Hamburg).

Zeitschriften sind das „Führungsmittel im weltanschaulichen Auftrag“

Immer wird eine Zeitschrift “dank der Umformung des ganzen Deutschen Arbeits- und Geistesleben unter rassistischen und völkischen Gesichtspunkten Künderin nationalsozialistischer Lebensvorgänge sein, auch ohne das sie ruhmredige Worte auf den Lippen führt.” (Die deutsche Zeitschrift der Gegenwart, 1939).

Den Nazis ging es um „Hörerlenkung“

Inhaltlich galten für Rundfunkzeitschriften seit dem März 1934 spezielle Vorschriften der Nazis, die den Gestaltungsraum der Redaktionen bestimmten: Die Reichspressekammer verlangte eine Konzentration des redaktionellen Teils auf Angelegenheiten des Rundfunks. Insbesondere Bemühungen zur “Hörerlenkung” durch journalistisch Hinweise auf kommende Sendungen sollten im Vordergrund stehen. Allgemein unterhaltende Texte und Bilder, die keinen Bezug aufweisen, durften nur noch wenige noch wenige Seiten der Programmzeitschrift füllen.

In einer der ersten Ausgaben der Funk Wacht unter der Nazi-Regierung veröffentlichte die Programmzeitschrift eine Rede von Göbbels „Der Rundfunk, das allerwichtigste Instrument einer zielbewussten Staatsführung“.

Bloß nicht von den Zusammenhängen argumentieren

Nach 1945 versuchte Heinrich Bauer, sich als einer von den Nazis gewissermaßen verfolgter Verleger darzustellen. Es wird nicht auf die Rolle des Unternehmens unter den damals Bedingungen abgehoben und dem Charakter des Systems, der Rolle der Zeitschriften, sondern bewusst von der Rolle als Einzelperson argumentiert, so dass man von den Zusammenhängen abzieht.

In seinem Buch “Medienmetropole 1930-1960” schreibt Karl Christian Führer, bezogen auf die Rolle der Publikumspresse: „Die eigentliche nationalsozialistische Erziehungsarbeit hatten gerade die Blätter zu leisten, die auf eine andere Tradition zurückblicken als die Kampfblätter der NSDAP.“

Einerseits konnte Heinrich Bauer erst mit dem Kauf der Programmzeitschrift „NORAG“ vom Norddeutschen Rundfunk einem Auflagensprung seiner Zeitschrift erreichen. Es gab damit auch einen Wettbewerber weniger. Zum anderen war das von den Nazis der Heinrich Bauer OHG für ihre Zeitschrift gegebene Monopol für den Programmabdruck der sicherste Schritt zu sicheren Profit. Im Gegenzug konnte die NSDAP von den Radiozeitschriften eine “straffe und eindeutige eindeutige Gefolgschaft von A bis Z verlangen. (Deutsche Presse, 1935).

Der Stellenwert des Rundfunks für die Nazis war eine weitere Lizenz, um Reich zu werden. Gerade der Rundfunk diente in der NS-Zeit der Unterhaltung, so die Strategie der Nazis, um ihre Ideologie zu transportieren. Diese Ausrichtung des NS-Rundfunks prägte die Programmzeitschriften.

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