Zwangsarbeit? Für Bauer bislang kein Thema!

Als es im Jahr 2000 eine öffentliche Auseinandersetzung um jene Unternehmen gab, die nicht in den deutschen Zwangsarbeiterfonds einzahlen wollten, wurde auch die Bauer Media Gruppe Gegenstand einer öffentlichen Debatte. Was war passiert?

Die Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ (EVZ) war am 2. August 2000 gegründet worden, um ehemalige Zwangsarbeiter des NS-Regimes zu entschädigen. Sie wurde von der deutschen Bundesregierung und der Stiftungsinitiative der deutschen Wirtschaft je zur Hälfte mit insgesamt 10 Milliarden D-Mark (5,2 Mrd. Euro) ausgestattet.

Nach damaligen Recherchen der taz und des ARD-Magazins „Kontraste“ wurden die Firmen aufgelistet, die nicht bereit waren, einen finanziellen Beitrag für den Zwangsarbeiter-Fonds zu leisten. Die taz vom 27.10.2000 listete unter der Zeile „Die Drückeberger“ die Namen der Unternehmen auf, die bis zu dem Zeitpunkt nichts in den Fonds gezahlt hatten. Mit auf der Liste: der Heinrich Bauer Verlag.

Die Welt berichtete am 28.10.2000 über die Reaktionen der Unternehmen, die auf der Liste aufgeführt waren. „Der Heinrich-Bauer-Verlag, der in dem Fernsehbeitrag ausführlich kritisiert worden war, will trotz der „Schwarzen Liste“ zunächst nicht beitreten. Verlagssprecher Andreas Fritzenkötter sagte, das Unternehmen lasse sich nicht erpressen. „Es gab bislang noch keine offizielle Anfrage durch den Stiftungsverband. Das Ganze ist ein politisches Problem, das zunächst auf dieser Ebene geklärt werden muss.“ 

Diese „Schwarze Liste“ beruhte auf einer nach Ende des Zweiten Weltkrieges erstellten Liste der International Tracing Service (ITS) – ein auf Initiative der alliierten Behörden eingerichteter Suchdienst mit Sitz in Arolsen bei Kassel. Es ging bei der Auftragserteilung um ein Verzeichnis nationalsozialistischer Lager und Haftstätten in Deutschland und deutsch-besetzten Gebieten. Die dreibändige, insgesamt Über 700 Seiten starke Dokumentation, wurde in den Jahren 1949 bis 1951 erarbeitet. Sie stellt bis heute das umfassendste Lagerverzeichnis des Nazi-Regimes dar.

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