Die “Funk-Wacht” und Hitlers Aufrüstung

Die „Funk-Wacht“ hatte einen für die Nazis äußerst nützlichen Zweck: Sie unterhielt die Menschen. Obwohl der Terror in Deutschland regierte, Juden und anders Denkende verfolgt wurden, Homosexualität mit Gefängnis und Kastration bestraft wurden konnte, seit 1936 Deutschland in einem Krieg war, Österreich 1938 besetzte, 1939 in Tschechoslowakei einmarschiert wurde, Polen 1939 niedergebrannt und später die Benelux-Länder wie Frankreich überfallen, verbreitete die „Funk-Wacht“ auf ihren Titelseiten das Bild vom schönen, starken Deutschland.

Der Innenteil war entsprechend ausgestaltet: Man zeichnete das nette, dynamische Gesicht des Nazi-Deutschlands. Hier sei beispielhaft auf die Ausgabe Nr. 26/1937 verwiesen. Auf der Titelseite ein Urlaubsbild „Am Strand in Rügen“. Im Aufmacher wird die Kriegsmarine hochgelobt. Schließlich findet man einen Text zur Ausbildung als Kampfflieger als Aufmacher im “Aktuellen”. Alles in allem kriegsvorbereitende Maßnahmen und Ablenkung.

Seit 1936 waren deutsche Soldaten im Kampf gegen die gewählte Regierung in Spanien eingesetzt. Von besonderer – auch symbolischer – Tragweite war der Luftangriff auf Guernica am 26. April 1937, bei der die religiöse Hauptstadt des Baskenlandes fast vollständig zerstört und etwa 300 Zivilisten getötet wurden. Innerhalb kürzester Zeit wurden Straßen und Häuserzeilen mit Spreng- und Brandbomben in Schutt und Asche gelegt, deutsche Tiefflieger schossen mit Maschinengewehren auf die flüchtende Zivilbevölkerung.