”Mein Funk” Ausgaben November 1935

Während die „Funk-Wacht“ ihr Verbreitungsgebiet im Nordwesten hatte, lautete der Titel für die nationale Verbreitung der Programmzeitschrift „Mein Funk“. Um die Rolle der Bauer-Zeitschriften in der Nazi-Zeit zu verdeutlichen, sei beispielhaft auf die Ausgabe von „Mein-Funk“ Nur. 35/1935 verwiesen. Hier wird der Putsch-Versuch von Adolf Hitler am 9. November 1923 gegen die Weimarer Republik hochgejubelt:

„Die Blutfahne der Bewegung / Erinnerungsblatt an den 9. November 1923/ Der Führer der Bewegung, die 1923 an dem denkwürdigen Marsch beteiligt waren, vor den Stufen der Feldherrnhalle“.

Der Hitler-Ludendorff-Putsch, der so genannte Marsch auf die Feldherrnhalle, war ein am 8. und 9. November 1923 unternommener gescheiterter Putschversuch der NSDAP unter Adolf Hitler und Erich Ludendorff sowie weiteren Beteiligten gegen die bayerische Landesregierung. Man orientierte sich am Vorbild von Mussolinis Marsch auf Rom gegen die italienische Reichsregierung. Die Zielsetzung des Putsch-Versuchs bestand in der Beseitigung der parlamentarischen Demokratie. Im Frühjahr 1924 stand Hitler unter Hochverratsanklage in München vor Gericht. Er wurde zu fünf Jahren Festungshaft wegen „Verbrechens des Hochverrats“ verurteilt. Davon war in den Bauer Pubikationen nach derzeitigem Recherchestand nichts zu lesen. Allerdings hatten die Nazis die Zeitschriften auch immer im Visier und übten Druck aus, wenn ihnen Veröffentlichungen nicht passten.

Bei “Mein Funk” scheint es sich um den Vorgängerntitel “Reichsfunk” zu handeln. Die Umstände des Erwerbs und des Verlages, der den “Reichsfunk” herausgab, ist bisher nicht geklärt.